Muss der Handel reguliert werden?

Der Markt für gebrauchte Software wächst

Derzeit prüft das Bundesministerium für Justiz (BMJ), ob das Urheberrecht modifiziert werden muss. Eine Neuregelung des Handels mit gebrauchter Software hält Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware, für längst überfällig. Denn obwohl der Markt stetig wächst, sind die Anwender z. T. immer noch verunsichert.

Anwenderunternehmen reagieren der Verunsicherung zum Trotz bereits mit neuen, kreativen Verhaltensweisen: Selbst Geschäftsführer von mittelständischen Unternehmen erkennen, dass Software viel eher ein Anlagevermögen als ein Verschleißprodukt ist. Aus nicht genutzten Lizenzen können sie unerwartet bares Geld machen, indem sie die Software an Händler verkaufen, die sich auf gebrauchte Lizenzen spezialisiert haben. Solche Händler werden von kreativen Einkäufern in ihre Listen aufgenommen – entgegen dem allgemeinen Trend im Einkauf, die Anzahl der Lieferanten zu verringern.

Auch außerhalb der Wirtschaft gibt es Veränderungen. „Inzwischen werden in Deutschland immer mehr Teilbereiche juristisch geklärt. Zudem gibt es auch eine eher anwenderfreundliche Rechtssprechung von einigen Landgerichten,“ bemerkt Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Peter Huppertz von der Kanzlei Hoffmann Liebs Fritsch & Partner. Doch auch Softwarehersteller selbst profitieren vom Handel mit gebrauchten Lizenzen: Durch eine höhere Marktdurchdringung wird illegal genutzte Software vom Markt verdrängt. Zudem führt das Angebot an gebrauchter Software dazu, dass Stammkunden nicht wegen des Preises den Anbieter wechseln.
Immer mehr Unternehmen greifen zu gebrauchter Software
Peter O’Neill vom renommierten amerikanischen Marktforscher Forrester Inc. bestätigt in einer aktuellen Studie, dass der deutsche Gebrauchtsoftwaremarkt der größte und professionellste weltweit ist.

Die Gründe, die für den Einsatz gebrauchter Software sprechen, sind zahlreich. So spart man bei gebrauchter SAP-Software z.B. bei susensoftware mindestens 43 % im Vergleich zum Listenpreis ein. Zudem sind Händler wie susensoftware oftmals die Einzigen, die noch bewährte Programme wie R/3 von SAP anbieten. Viele Unternehmen würden weiterhin lieber diese Programme einsetzen, als auf die Nachfolgemodelle umzusteigen. „Doch wird die Wartung für das Vorgängermodell eingestellt, ist der Anwender praktisch dazu gezwungen, umzusteigen“, erläutert Axel Susen, Geschäftsführer von susensoftware. Die Wartung kostet  momentan 22 % des Anschaffungspreises, sodass man nach fünf Jahren das Produkt noch einmal komplett finanziert hat – dennoch muss das Nachfolgemodell gekauft und ebenso wieder Wartung entrichtet werden. Viele Anwenderunternehmen betrachten diese Preispolitik als ungerecht.

Zudem haben viele Softwarehersteller restriktive Auflagen. „Anwender müssen oft für ungenutzte Lizenzen Wartung zahlen – das belastet das Verhältnis zwischen Anbietern und Anwendern fortwährend,“ diagnostiziert Peter O’Neill. „Hier könnten alternative Wartungskonzepte den Anwendern weiterhelfen,“ so Susen.

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