Supportgebühren für SAP halbiert – Teil 3

Drittwartungsvertrag bei Sympatex

Der Wechsel zum neuen Partner gestaltete sich leicht. Nachdem der bisherige Wartungsvertrag zum Ende des Jahres 2010 gekündigt war, kam Rimini Street ins Haus, um die vorhandenen Systeme zu analysieren. „On boarding process“ nennen die Amerikaner das. Sie schauen, was da ist, prüfen, ob noch fehlende Patches eingespielt werden, und fordern noch fehlende Informationen ein. Eine Aufgabenliste, die akribisch alle Punkte aufführte, lenkte die Beteiligten durch diese Phase. Viel Aufwand war nicht damit verbunden, sagt Ercelebi. „Die Übergabe konnte ich nebenher erledigen.“

Dennoch: „Drittwartung eignet sich sicherlich nicht für jedes Unternehmen und nicht zu jedem Zeitpunkt“, weiß Ercelebi. Die SAP-Landschaft von Sympatex war jedoch idealtypisch für den Wechsel. Das ERP war mit der Version ECC 6.0 auf den neuesten Stand gebracht. Lösungen wie Business Warehouse oder CRM nutzt das Unternehmen nicht. „Wir haben ein stabiles System, das wir in absehbarer Zeit nicht groß verändern werden.“ Das für die Drittwartung erforderliche Einfrieren des Status Quo war also nicht mit extrem großen Gefahren verbunden.

Geringeres Risiko ohne HR

Entscheidend bei der Risikobetrachtung war auch, dass Sympatex den Bereich Human Ressources (HR) aus SAP herausgenommen hat. Immerhin das Modul, das rund 90 Prozent der Legal Patches beansprucht. Unsicherheiten bleiben trotzdem. „Aber das Rechenexempel geht auf“, sagt Ercelebi. Und ist zuversichtlich, im Fall eines ernst zu nehmenden Problems immer noch günstiger dabei wegzukommen als bei seinem ehemaligen Servicepartner.

Der CIO weiß, dass trotzdem einige Fragen offenbleiben. Nicht nur technischer Natur, sondern auch, was den Partner selber betrifft. Zwar rühmt sich Rimini Street, seit der Firmengründung im Jahr 2005 mehr als 400 Kunden gewonnen zu haben, darunter auch große Unternehmen. In Deutschland allerdings finden sich noch keine Referenzen im SAP-Umfeld. Auch dürften die meisten Klienten die Dienste im Bereich Oracle beziehungsweise Siebel und Peoplesoft in Anspruch nehmen. Die Betreuung von SAP-Landschaften hat das Unternehmen erst seit zwei Jahren im Angebot.

Mit diesem Fokus stemmen sich die Amerikaner gegen niemand Geringeres als die größten Player im Markt. Und greifen sie noch dazu an einer empfindlichen Stelle an. Gerade die Einnahmen aus dem Wartungsgeschäft verzücken den Kapitalmarkt, bescheren sie doch einen ordentlichen Umsatz, der in schöner Regelmäßigkeit eine satte Marge von 80 Prozent abwirft.

 

Autor: Riem Sarsam

Der Text ist am 22.11.2011 auf http://www.cio.de erschienen. Link: http://www.cio.de/strategien/2295869/index3.html

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